Personalabbau bei Nobiskrug

Mitarbeiter leisten einen Beitrag

(12.12.2018) Es waren lange und intensive Verhandlungen. ...

Als die Geschftsfhrung der Rendsburger Werft Nobiskrug im Juni auf einer Betriebsversammlung ankndigte, bis zu 200 Stellen abbauen zu wollen und obendrein einen Mitarbeiterbeitrag von 2 Mio. Euro pro Jahr einforderte, begann fr Betriebsrte und aktive IG Metaller ein monatelanger Ausnahmezustand.
Unser wichtigstes Anliegen war es, den Arbeitgeber davon zu berzeugen, dass gute Yachten ohne gutes und ausreichendes Personal nicht zu haben sind, fasst Klaus Schulz, Betriebsratsvorsitzender, die Zielvorgabe zusammen. Dabei haben wir Teilerfolge errungen. Jeder verlorene Arbeitsplatz ist einer zu viel. Dennoch werden deutlich weniger Kollegen die Werft verlassen mssen als das vom Arbeitgeber geplant war.
Tatschlich erfolgt der Kaskobau in Zukunft bei der Kieler Schwesterwerft German Naval Yards. Insgesamt 46 Kollegen werden deswegen ein Arbeitsangebot in Kiel erhalten. Weitere 18 Kollegen in sog. rentennahen Jahrgngen werden ein Angebot erhalten, das ermglichen soll, ohne Abschlge frhzeitig in Rente zu gehen. 17 Kollegen dagegen droht eine betriebsbedingte Kndigung. Hier ist es uns zumindest gelungen, durch Abfindungsregelungen und bis zu 12 Monate Transfergesellschaft wirtschaftliche Nachteile abzumildern, so Schulz.
Dass die wirtschaftliche Schieflage der Werft zuvorderst auf Fhrungsversagen in der Vergangenheit zurckzufhren ist, hat Betriebsrat und IG Metall dazu bewegt, in Zukunft mehr Mitsprache in wirtschaftlichen Angelegenheiten einzufordern. Als Experten unserer Arbeit wollen wir mitreden bei den Themen Arbeitsablufe und -verfahren, Verbesserungsprozesse und Personalbemessung, schildert Andreas Riegmann, Sprecher des Wirtschaftsausschusses, die Beweggrnde.
Die Einrichtung eines entsprechenden Lenkungsausschusses wurde in einem Tarifvertrag geregelt. Ebenso der Mitarbeiterbeitrag. Dieser umfasst einen Beitrag von 50 Stunden aus dem Arbeitszeitkonto in 2018 sowie 1,5 Stunden unentgeltliche Mehrarbeit pro Woche fr die Jahre 2019-21 und die jhrlichen 400 Euro Festbetrag des tariflichen Zusatzgeldes. Dieser Beitrag ist ein Vertrauensvorschuss der Belegschaft in eine wirtschaftlich solidere Zukunft von Nobiskrug, bewertet Martin Bitter, Geschftsfhrer der IG Metall Rendsburg, die Vereinbarung. Uns war wichtig, nicht in laufende Entgelte und Sonderzahlungen einzugreifen. Und wir wollten eine Perspektive, nach Ende der Laufzeit wieder auf das Flchenniveau der Metallindustrie zurckzukehren. Mit diesem Abschluss und der notwendigen Strke im Betrieb ist das mglich.
Erstmals wurde bei Nobiskrug auch ein Bonus nur fr IG Metall Mitglieder vereinbart. Diese haben in Zukunft die Mglichkeit, den zur Zahlung anstehenden Baustein des tariflichen Zusatzgeldes (27,5% eines Monatsentgelts) in 6 freie Tage umzuwandeln. Und zwar auch dann, wenn sie keine Kinder unter 8 Jahren haben oder Familienangehrige in huslicher Umgebung pflegen.



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